Warum Jochen Zeitz der Unternehmer der Nachhaltigkeit ist

Der gebürtige Mannheimer Jochen Zeitz hat es vorgemacht: Erfolg als Manager, Ziele als Abenteurer und hohe Ansprüche als Idealist – Unternehmensstrategien funktionieren, wenn sie aus persönlicher Überzeugung heraus geschehen.

Wie der Pleite-Puma zur begehrten Raubkatze aufstieg

Jochen Zeitz ist ein besonderer Typ. 1993 wurde er Vorstandsvorsitzender von Puma – mit 30 Jahren war er damit der jüngste Vorstandsvorsitzende eines börsennotierten deutschen Unternehmens. Zu diesen Zeiten hatte man den Sportartikelhersteller schon fast abgeschrieben, doch mit Zeitz kehrte der Erfolg zurück. Nach einem halben Jahr mit ihm an der Spitze schrieb das Unternehmen wieder schwarze Zahlen.

Puma ist in den folgenden Jahren zu einem international erfolgreichen Unternehmen geworden, das nicht nur Sportler begeisterte, sondern dazu einen modernen Lifestyle verkörperte. Zeitz als BWL-Absolvent mit den Schwerpunkten Marketing und Finanzen legte klare Strategien fest: Die Produktion lagerte er in asiatische Länder aus, der Qualitätsstandard wurde erhöht und das Angebot der Schuhprodukte auf Fußball-, Tennis- und Laufschuhe beschränkt. Dafür ist der Umsatz in den Bereichen Accessoires und Kleidung gesteigert worden.

Es folgten die Gründungen von Tochterunternehmen in anderen europäischen Ländern, bis hin zur Expansion auf dem amerikanischen Markt, wo Puma als Ausrüster von Football-Mannschaften seinen Gewinn weiter steigern konnte. „Ab 1999 konnte Jochen Zeitz jährliche Umsatzsteigerungen zwischen 20 und 50 Prozent vermelden. Für das Jahr 2002 registrierte man eine Gewinnsteigerung von über 100 Prozent.“

Jochen Zeitz’ Methode: Persönliche Motivationsantriebe zur Gewinnsteigerung

Als Chef ging Jochen Zeitz stets mit gutem Beispiel voran. Seine Methoden zur Gewinnsteigerung beruhten deshalb nicht nur auf soliden Marketingstrategien, sondern teilweise auf ganz persönlichen Motivationsantrieben: Seinen Mitarbeitern in den USA versprach er, den New-York-Marathon zu laufen, wenn sie den Umsatz steigern können – natürlich hielt er sein Versprechen.

Die Auswirkungen von PumaVison

Jochen Zeitz baute Puma zu einem Konzern mit festen Richtlinien und einem besonderen Umweltbewusstsein aus. Mit PumaVision entwickelte er ein weitreichendes Unternehmensleitbild, das die Werte fair, ehrlich, positiv und kreativ vorgibt und damit Initiativen für Nachhaltigkeit und Umweltschutz fördert. Puma war auch das erste Unternehmen weltweit, das 2011 eine ökologische Gewinn- und Verlustrechnung öffentlich aufstellte.

Der Sportartikel-Hersteller wurde immer mehr zum Konzern mit Vorreiter-Rolle. Und in dieser Rolle agierte Jochen Zeitz, auch dank seiner durchdachten Personal Branding Strategie, sehr konsequent: „Die Urinale wurden wasserlos, die Dächer mit Solaranlagen bestückt. Montags gibt es in der Kantine wegen der schlechten Ökobilanz von Nutztieren bis heute kein Fleisch.“

Die erste komplett recycelbare Kollektion kam 2013 auf den Markt. Schon 2010 erschien das Buch Gott, Geld und Gewissen, das Jochen Zeitz zusammen mit dem Benediktinermönch Anselm Grün verfasste. Es ist als Aufruf zu verstehen, das ökologische Denken in der Wirtschaft zu fördern und für mehr Nachhaltigkeit einzutreten.

Nicht verwunderlich ist, dass sich Jochen Zeitz mittlerweile vom Tagesgeschäft bei Puma zurückgezogen hat, denn seine nachhaltigen Projekte gewannen immer mehr an Bedeutung. 2012 kam schließlich die Entscheidung, sich ihnen vorrangig widmen zu wollen.

Jochen Zeitz: Nur im Geschäftsleben ein Vorzeige-Mann?

Nein. Auch im Privatleben beschäftigte sich Jochen Zeitz schon lange mit den Themen Umwelt und Nachhaltigkeit. Der afrikanische Kontinent begeistert ihn, seit er dort mit 19 Jahren zum ersten Mal war. 2005 kaufte er eine Farm in Kenia und das Thema Ökotourismus wurde für den Manager ernsthafter Lebensinhalt. Er gründet 2008 die „Zeitz Foundation for Intercultural Ecosphere Safety“. In einem Interview sagt er darüber:

„Ich habe meine eigene Stiftung gegründet, die sich für das Thema Umweltschutz und Nachhaltigkeit engagiert. Ich versuche also auch privat so zu leben, wie ich es im Unternehmen predige. Für meine Stiftung verplane ich sehr viel meiner Freizeit. Das Budget liegt in diesem Jahr bei rund einer Million Euro.“

“Jochen Zeitz: Warum es mehr Menschen wie ihn in Führungspositionen geben muss.“

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Die Projekte, die die Zeitz Foundation unterstützt, sollen nicht nur nachhaltig sein, sie sollen auch in dauerhafter Zusammenarbeit mit den örtlichen Gemeinden entstehen. Zeitz ist es wichtig, dass kulturelle Werte der jeweiligen Region zum Ausdruck kommen, aber vor allem sollen die Projekte wirtschaftlich funktionieren. Denn als Manager sowie Förderer für Ökotourismus gilt bei ihm nur das, was Hand und Fuß hat: „Ich bin ein Abenteurer im Kopf, aber kein Fantast.“

Derzeit ist Jochen Zeitz damit beschäftigt, in Kapstadt das erste große Museum für afrikanische Kunst zu eröffnen.

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