War for Talents: Digitalisierung bietet gute Chancen
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War for Talents: Digitalisierung bietet gute Chancen

„Was wollt Ihr eigentlich?“ Diese Frage richtet sich nicht nur an Mitarbeiter, damit sie sich über ihren beruflichen Werdegang ausreichend Gedanken machen, sondern sie ist auch als Aufforderung an die Unternehmen zu verstehen, sich zu entscheiden, ob sie motivierte und gefestigte Persönlichkeiten als Mitarbeiter anstreben oder ob sie ihre Angestellten nur auf die Position innerhalb des Unternehmens und die festgelegten Kompetenzen und Fähigkeiten gemäß der Stellenbeschreibung eingrenzen wollen. Am Ende geht es für Unternehmen schließlich darum, die Mitarbeiter zu finden, die wirklich zum Betrieb passen und ihn durch kreative, innovative Leistungen langfristig weiterbringen.

Fehlende Digitalisierung verhindert gute Chancen

Reichlich Unternehmen sind noch von klassischen Strukturen geprägt. Eine traditionelle Unternehmenskultur äußert sich häufig in einem starren hierarchischen System, unflexiblen Arbeitszeiten und fehlenden Digitalisierungsprozessen. Dadurch mangelt es auch an einer modernen Repräsentation in der Öffentlichkeit, wie z.B. die Eigenvermarktung von Führungskräften über Social-Media-Kanäle. Folglich findet auch keine Förderung einzelner Mitarbeiter als eigenständige Experten und Persönlichkeiten in der Öffentlichkeit statt. Die Gründe für die fehlende Unterstützung sind vielfältig.

Viele Firmenchefs vertrauen den neuen digitalen Kanälen nicht und trauen ihnen auch nicht viel zu. Sie finden sie unberechenbar und sehen keinen professionellen Nutzen in ihnen. Außerdem haben sie Angst, Mitarbeiter könnten sich nicht angemessen – sprich der Firmenphilosophie und Compliance des Unternehmens entsprechend – benehmen und damit vor allem Reputationsschaden anrichten. Manche Führungskräfte befürchten auch, die Stärkung der Mitarbeiterpersönlichkeit in der Öffentlichkeit bahnt den Angestellten den Weg, ihre eigenen Ideen zu leben, für sich selbst zu stark zu werben und schließlich dem Unternehmen den Rücken zu kehren.

Meistens ist der Grund für die Skepsis jedoch nicht bereits tatsächlich erlebte schlechte Erfahrungen mit den neuen Medien, sondern die Scheu vor der neuen Erfahrung mit dem Unbekannten. Denn selbst dem Personal auf Führungsebene fehlt häufig profunde Kenntnisse und einschlägige Erfahrungen im Bereich der neuen Medien und das Wissen, wie sie auch professionell für Personal Branding genutzt werden können. Damit fehlt auch der Zugang, digitale Medien als Chance für Mitarbeiter und das Unternehmen zu begreifen.

Moderne Außendarstellung lockt junge Mitarbeiter

Doch ein Wandel in den Köpfen und auf den Schreibtischen ist dringend notwendig. Denn die Konkurrenz wird stärker. Dienstleistungen ähneln sich immer mehr, das Angebot für den Kunden wächst und auch die Auswahlmöglichkeiten für qualifizierte Arbeitnehmer sind enorm. Junge, kreative Startups schießen wie Pilze aus dem Boden und reizen die Mittel unserer Zeit aus, um selbst alteingesessenen, etablierten Unternehmen die Kunden streitig zu machen.

Freilich kann sich nicht jede dieser Startups am Ende durchsetzen, doch die, die sich ansiedeln, vermehren sich rasch, sie expandieren, breiten ihr Netzwerk aus, gehen Kooperationen ein und streben den globalen Markt an. Unternehmen müssen sich deshalb um junge Mitarbeiter bemühen, um den heutigen Standards und Ansprüchen gerecht werden zu können. Doch gerade für junge Mitarbeiter spielt der digitale Wandel eine tragende Rolle. Sie sind mit diesen Wandlungsprozessen und technischen Neuerungen groß geworden und erwarten diese modernen Strukturen in ihrem Arbeitsumfeld.

Junge, gute Mitarbeiter suchen deshalb nach zukunftsfähigen Unternehmen. Und zukunftsfähig sind in ihren Augen die Unternehmen, die ihnen flexible, vielversprechende und individuelle Möglichkeiten bieten und sich attraktiv vermarkten. Diese positive Darstellung des Unternehmens gelingt vor allem durch die Präsentation der Führungskräfte in der Öffentlichkeit. Wenn CEOs Social-Media-Kanäle strategisch und klug einsetzen, überzeugen sie damit nicht nur Außenstehende und Kunden, sondern locken die passenden Mitarbeiter an, die sich mit dem Unternehmen und den vermittelten Werten identifizieren können und wollen.

“War for Talents: Digitalisierung bietet gute Chancen“

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War for Talents

Als Weckruf für Unternehmen steht der Begriff „War for Talents“. Er bezeichnet den großen Bedarf an qualifiziertem Nachwuchs für Unternehmen. Dieser Bedarf an kompetenten und passenden Mitarbeitern ist in den letzten Jahren so gestiegen, dass Unternehmen regelrecht um junge Mitarbeiter buhlen müssen. Der Arbeitsmarkt verändert sich deshalb dahingehend, dass nicht nur die Top-Elite der Absolventen von Unternehmen angesprochen wird, sondern auch Bewerber mit durchschnittlicheren Noten, die jedoch mit ihrer Persönlichkeit überzeugen. „War for Talents“ steht für die Entwicklung, dass auf der einen Seite Mitarbeiter Unternehmen nach eigenen Ansprüchen frei auswählen können und dass auf der anderen Seite Unternehmen nun mehr auf die persönlichen Aspekte eines Mitarbeiters und nicht mehr auf die rein fachliche Qualifikation Wert legen, um wirklich die passenden Mitarbeiter zu finden. Motivation und Persönlichkeit zählen demnach genauso wie Abschlüsse mit Auszeichnung. Denn im Beruf später sind interkulturelle Kompetenz, Teamfähigkeit und eine ausgereifte Persönlichkeit gefragt. Für den Bewerber sind deshalb interessante Jobs im Lebenslauf, verschiedene Praktika und Auslandsaufenthalte von Vorteil – ganz im Zeichen der Flexibilität.
Der „War for Talents“ symbolisiert die sich verändernde Arbeitswelt heute. Was die großen Begriffe unserer Zeit Mobilität und Flexibilität bedeuten, lernen junge Menschen schon früh kennen. Das beginnt bereits bei einem breitgefächerten (akademischen) Ausbildungsangebot, das unzählige Berufsmöglichkeiten eröffnet. Durch Quereinstiege und Weiterbildungsangebote (z.B. Fernstudium) haben Mitarbeiter zudem die Chance, jederzeit neue Wege auszuprobieren. Außerdem müssen sie mit zeitlich befristeten Verträgen oder Arbeitsverhältnissen, die eine Selbstständigkeit verlangen, umgehen. Sie sind demnach gezwungen, sich beruflich von vorneherein flexibel zu geben. Die technischen Mittel heutzutage unterstützen und forcieren diese Entwicklungen und erlauben Arbeitszeiten flexibel zu gestalten, das Home Office einzurichten und das digitale Leben voll auszuschöpfen.

“Mitarbeiter bleiben einem Unternehmen treu, wenn sie sich wohl, wenn sie sich wertgeschätzt fühlen.“

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Eigenvermarktung – der Wunsch der Mitarbeiter, die Chance des Unternehmens

Im Privatleben kommunizieren die meisten Menschen bereits über digitale Kanäle. Arbeitnehmer und Arbeitgeber stellen sich die Frage, wie diese Dienste und Plattformen genutzt werden können, ohne dass sie weder dem Unternehmen, noch dem Mitarbeiter Schaden bringen oder das bestehende Arbeits- und Vertrauensverhältnis negativ belasten. Doch eigentlich sollten Unternehmen die Kenntnisse der Mitarbeiter in diesem Bereich erfolgreich nutzen. Denn für das Unternehmen ist es in vielerlei Hinsicht gewinnbringend, wenn Mitarbeiter mit den neuen Medien vertraut sind und sie deshalb auch strategisch für das Unternehmen, z.B. für die Imagepflege, Kommunikation und Kundenbindung, einsetzen können. Für den Mitarbeiter selbst ist es wiederum erfüllend, sich als Persönlichkeit in der Öffentlichkeit zu repräsentieren. Heutige Plattformen dienen der Selbstdarstellung und der Eigenvermarktung. Jeder kann ein Leitbild sein, jeder kann sich Aufmerksamkeit verschaffen und mit seinen Ideen ein breites Publikum erreichen. Ein Unternehmen muss die neuen Möglichkeiten, die sich aus den digitalen Kanälen ergeben, erkennen und nutzen. Als Arbeitgeber sollte das Unternehmen die Chance einräumen, den Wunsch der Eigenvermarktung auf beruflicher Ebene ausleben zu dürfen. Die Mitarbeiter, die sich über die digitalen Kanäle in der Öffentlichkeit zeigen, verknüpfen berufliche Inhalte mit ihrer eigenen Person. Sie präsentieren relevante Informationen, die mit dem Unternehmen im Zusammenhang stehen können und erlangen damit nicht nur für sich, sondern auch für das Unternehmen große und positive Aufmerksamkeit.

Mehtap Meggi Evsan

Jeder Mitarbeiter verdient Anerkennung. Anstatt junge, talentierte Kollegen auf der Schattenseite zu platzieren, dürfen sie mit Freude und professionell auf der Sonnenseite das Unternehmen repräsentieren | Bild: Mehtap „Meggi“ Evsan

Mitarbeiter bleiben einem Unternehmen treu, wenn sie sich wohl, wenn sie sich wertgeschätzt fühlen. Sie möchten berufliche Entwicklungschancen sehen, aber auch persönliche Zufriedenheit genießen. Diese persönliche und berufliche Wertschätzung gelingt vor allem dadurch, ihnen Verantwortung zu übertragen, ihnen Vertrauen auszusprechen und ihnen die Gelegenheit zu bieten, sich in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Durch die strategische Eigenvermarktung setzen sich Mitarbeiter viel mehr damit auseinander, wer sie als Menschen sind, was sie wollen und was sie können. Personen, die sich erfolgreich in der Öffentlichkeit präsentieren, werden zu Persönlichkeiten. Und nur der, der sich persönlich entfalten kann, ist auch zu beruflichen Höchstleistungen in der Lage und kann damit langfristig wertvolle Arbeit für sich selbst und für das Unternehmen erbringen.

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