Storytelling im Personal Branding: Was Wirtschaftsexperten von Prominenten lernen können
Storytelling im Personal Branding: Was Wirtschaftsexperten von Prominenten lernen können | © conrado @ Shutterstock

Storytelling im Personal Branding: Was Wirtschaftsexperten von Prominenten lernen können

Sie sind in aller Munde, werden geliebt, polarisieren und geraten niemals in Vergessenheit. Vor allem Prominente aus Film, TV und Sport sind hierzulande bekannt und bauen ihr Personal Branding mit Storytelling auf.

Natürlich ist das Branding eines TV-Sternchens nicht vergleichbar mit dem von Experten aus der Wirtschaft oder Philosophen. Aber genau wie Prominente uns einen Mehrwert bieten – Spaß, Unterhaltung und eventuell sogar eine Vorbildfunktion – haben auch Experten das Recht (wenn nicht die Pflicht!) ihr Wissen zu teilen und andere an ihren Werten teilhaben zu lassen. Warum muss die Gesellschaft bislang noch auf den Mehrwert durch aussagekräftige Expertenpages verzichten? Folgende Beispiele bekannter Prominenter zeigen: Ein Markenaufbau ist harte Arbeit, lohnt aber ungemein.

Heidi Klum – Die Businessfrau der Modewelt

Heidis Markenstrategie: Als Model machte sie nie Karriere, sie ist die Businessfrau der Modewelt. Bereits bekannt durch Victoria’s Secret, erlangte sie aber erst durch „Germany’s Next Topmodel“ und die amerikanische Designer-Show „Project runway“ internationale Berühmtheit. Seitdem vermarktet sie sämtliche Produkte rund um Mode und Beauty wie Make-up, Parfüm und ihre eigene Kollektion.

“@HeidiKlum & Co. zeigen, wie #PersonalBranding geht: Was Wirtschaftsexperten noch lernen müssen.“

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Heidis Storytelling: Alle Geschichten, die sie mit der Zielgruppe teilt, zeigen: Ich habe Power, ich bin omnipräsent, ich bin immer glücklich. Heidi hat vier Kinder und präsentiert sich kurz nach jeder Geburt wieder rank und schlank in der Klatschpresse. Sie ist eine Frau der Superlative, zeigt nur die „Sonnnenseiten“ ihres Lebens. Als sie mit Seal verheiratet war, überzeugte sie uns von ihrer großen Liebe, indem sie ihn jedes Jahr aufs Neue heiratete. Als plötzlich doch die Scheidung anstand, war der Schmerz nur von kurzer Dauer, denn neue Liebschaften ließen nicht lange auf sich warten.

Stefan Raab – Der Übermoderator

Stefans Markenstrategie: Er ist „Skandal-Entertainer“. Sein Name steht für Comedy, aber auch für diverse Unterhaltungsshows wie „Schlag den Raab“, eine der wenigen Formate, die das britische TV vom deutschen Markt übernahm anstatt – wie so oft – anders herum.

Stefans Storytelling: Aus seinem Privatleben ist nichts bekannt, seine Story sind seine Shows. „TV total“ ist schamlos und oft unter der Gürtellinie. In seiner Show „Schlag den Raab“ gibt er dem Zuschauer aber die Möglichkeit zurückzuschlagen, ihn zu besiegen. Das macht ihn antastbar und sympathisch. Jedoch: So unbesiegbar sein Mundwerk, so unbesiegbar ist er auch (fast) in seiner Show. Für die meisten Kandidaten ist Raab eine unbezwingbare Herausforderung.

Daniela Katzenberger – Ist schlau und stellt sich dumm…

Danielas Markenstrategie: Als echte Pfälzerin, freundliche, herzensgute Nachbarin und Freundin, als bodenständiges Glamour-Girl, ist „die Katze“ der Reality-TV Star schlechthin.

Danielas Storytelling: In ihren Doku-Soaps „Katzenberger TV“ oder „Katze küsst Kater“ gibt sie Einblick in ihr „wahres“ Leben mit allen Höhen und Tiefen und spielt gekonnt mit dem Image der dummen Blondine. Trotz aufwändigem Styling wirkt sie doch natürlich, indem sie ihre Gefühle und Meinungen teilt. Sie ist traurig, fröhlich, ängstlich und zeigt dem Zuschauer damit: Ich bin so wie Du. Ihre Zielgruppe nimmt live an ihrem Leben teil, Daniela zeigt nicht nur ihre Schwangerschaft, sondern verrät davor sogar, dass sie „die Pille“ abgesetzt hat. Sie hält die Kamera drauf, wo andere Promis ihr Privatleben abschirmen.

Boris Becker – Tennisexperte und Werbeträger

Boris Markenstrategie: Bekannt durch grandioses Tennis, ist er bis heute jüngster Wimbledon-Sieger der Geschichte und weltweit anerkannter Tennis-Experte. Er war Werbeträger verschiedener Produkte, unter anderem von AOL, Mercedes und eines Online-Pokerportals, ist Kommentator bei BBC und trainiert den Weltklasse-Tennisspieler Novak Djokovic.

Boris‘ Storytelling: Nicht alles macht er so professionell wie Tennis spielen, das ein oder andere Fettnäpfchen hat sich Boris Becker im Laufe der Jahre geleistet… Trotzdem, Boris nimmt zu allem Stellung, bleibt authentisch und zeigt auf seiner Seite „Boris Becker-tv“ Einblicke in sein Leben. Für seine Fans ist und bleibt er ein Idol.

Thomas Gottschalk – Er gefährdet seine Marke

Gottschalks Storytelling: „Wetten dass,..?“ war seine Geschichte. Er war so bekannt, dass die größten Namen bei ihm auf der Couch Platz nahmen, um sich zu vermarkten. Dennoch war er durch seine offene Art, den Umgang mit den Wettgästen und die Teilnahme an sämtlichen Saalwetten, authentisch und lebensnah.

Gottschalks Markenstrategie: Mit der Übernahme von „Wetten dass,..?“ führte Gottschalk einen völlig neuen Moderationsstil ein. Seine frechen Bemerkungen und sein Kleidungsstil machten ihn nahbar und extravagant zugleich. Ein weiteres Merkmal: Die Überziehung seiner Sendungen. – Aber in letzter Zeit tut er sich schwer. Mit dem Abschied von „Wetten dass,..?“ hat er bislang kein Format gefunden, das seiner Marke entspricht, im Gegenteil: Die zahlreichen Shows, die schneller vorbei waren als sie begonnen hatten, passten nicht zu seiner Extravaganz. Dann das Gerede über sein Ausfallhonorar

Gottschalk muss aufpassen, dass er seine Marke nicht durch zu viele Experimente zerstört. Auch hat er keine eigene Internetpräsenz. Wenn er es nicht selbst tut und kein Sender mehr hinter ihm steht, wer schützt dann seinen Namen, wer sorgt dafür, dass vor allem an die Öffentlichkeit gerät, was Gottschalk selbst sagen will? Zur Zeit muss sich die Zielgruppe „die Wahrheit“ aus der Presse zusammenschustern. Ist das gewollt? – Sicher nicht.

Wer sich nicht mit einer eigenen Präsenz schützt, stellt sich wehrlos an den Pranger

Alle diese Stars haben eins gemein: Sie sind bekannt, sie werden nicht vergessen und sie polarisieren. Dasselbe Ergebnis wäre mit strategischem Personal Branding auch für Wirtschaftsexperten zu erlangen. Warum ergreifen bislang nur wenige von ihnen diese Chance? Warum schreibt beispielsweise Claus Hipp, der ja nach eigener Aussage mit seinem Namen für die Marke steht, keinen Blog oder schützt seinen Namen?

“#PersonalBranding und #Storytelling: Wer nicht präsent ist, stellt sich wehrlos an den #Pranger.“

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Experten aus der Wirtschaft können sich zukünftig nicht länger hinter ihrem Unternehmen verstecken, sie müssen Gesicht zeigen. Menschen wollen Persönlichkeit, wollen Geschichten, wollen Emotionen! Das kann nur ein Mensch bieten. Ziel ist es nicht, für alle omnipräsent zu sein. Ziel ist es, zu der gewünschten Zielgruppe vorzudringen und in diesem „elitären Kreis“ unvergleichbar und unvergesslich zu werden und zu bleiben.

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