Die Macht der Farben: Nutze sie für Deinen Erfolg

Wer über die Umsetzung seiner Personal Branding Strategie und konkret seiner Online-Präsenz nachdenkt, wird sich gezielt über den Textinhalt, die grafische Darstellung und die visuellen Effekte Gedanken machen. Denn bei der Schnelllebigkeit des Internets und dem Massenangebot auf digitalen Kanälen, bleibt nicht viel Zeit, den Kunden zu überzeugen. Der Auftritt muss stimmig sein und auf den Punkt das vermitteln, was er vermitteln soll. Doch wissen wir um die Wirkung unserer Darstellung immer genau Bescheid?

  • Wie kommt das Design tatsächlich an?
  • Werden positive Assoziationen und vor allem echtes Interesse beim Kunden geweckt?
  • Welche Aspekte tragen zu Sympathie, Stimmung und Glaubwürdigkeit bei?

Viel von dem, was wir bewirken wollen, können wir bewusst umsetzen und steuern. Mit klarer Sprache, guten Bildern, einer übersichtlichen Struktur verhelfen wir unserer Darstellung zum Erfolg. Doch, welche Faktoren beeinflussen den Menschen auch unbewusst?  Wer an seine Eigenvermarktung und damit an visuelle Effekte denkt, sollte auch an Farben denken. Denn der Einfluss von Farben auf uns ist viel größer als viele denken.

„Überall kann mit Farben manipuliert werden“

Der Farbpsychologe Harald Braem weiß um die große Bedeutung von Farben. Der studierte Grafiker aus Berlin arbeitete als Werber und Kreativdirektor bei Werbeagenturen und war unter anderem bei dem Kreativteam dabei, das für Milka die lila Kuh erfand. Als Professor für Kommunikation und Design wirkte er rund zwei Jahrzehnte an der FH Wiesbaden, bis er 2006 das Institut für Farbpsychologie gründete. Er ist Autor verschiedener Fachbücher, historischer und Fantasyromane.

„Farben bestimmen uns, ohne dass wir es merken. Im Supermarkt, beim Wahlkampf, beim Sport – überall kann mit Farben manipuliert und eine bestimmte Stimmung erzeugt werden. Dagegen sind wir völlig machtlos“, sagte Braem in einem Interview. Darin erklärt er auch, warum die Farben so mächtig sind:  „Sie waren schon vor dem Menschen da und existieren als archetypische Prägungen, die uns permanent beeinflussen. Rot etwa ist physikalisch die schnellste Farbe und wird vom Auge am raschesten aufgenommen. (…) Im Menschen läuft ein uraltes Programm ab, sobald er Rot erblickt.“

Bunte Bandbreite an Gefühlen

Der Psychologe Max Lüscher hat Farben als „visualisierte Gefühle“ bezeichnet. Diesen Ausdruck findet Braem sehr passend, denn Farben gab es schon immer und sie beeinflussen den Menschen permanent. Goethe hat in seiner Farbenlehre eine bestimmte Eigenschaft jeder Farbe zugeordnet, damit hat er den Grundstein für die heutige Farbpsychologie gelegt. Seine Beobachtungen sind immer noch gültig, auch wenn sie heute verfeinert wurden. Und weil sie uns unbewusst bestimmen, werden Farben als Mittel strategisch eingesetzt: Im Supermarkt, beim Wahlkampf, beim Sport. Die Bandbreite reicht dann von der Erzeugung einer bestimmten Stimmung bis hin zu Manipulation. Laut Braem sind wir dagegen völlig machtlos. Ein Beispiel dafür ist eine Tragödie, die sich in einer Diskothek in Bangkok abspielte. Die Fluchttüren dort waren rot. Beim Brand sind deshalb in der Paniksituation Menschen unnötig gestorben. Denn Rot ist physikalisch zwar die schnellste Farbe, die vom Auge am schnellsten aufgenommen wird. Aber es schreckt ab. Deshalb sind bei uns die Fluchttüren weiß und mit dem Symbol des laufenden, grünen Männleins gekennzeichnet. Rot ist ein No-Go.

Rot ist die Liebe und die Angst

Dieses Gefühl der Abschreckung ist im Menschen tief verwurzelt. Rotsehen – heißt es sprichwörtlich nicht ohne Grund. Rot steht für Feuer, Blut und ist mit Erregung verbunden, der Körper denkt an Flucht. Wer zu lange auf eine rote Wand sieht, kann aggressiv werden und fängt an zu schwitzen. Deshalb eignet sich Rot als Signalfarbe gut, zum Beispiel auf Stopp- und Preisschildern. Aber es muss in Maßen eingesetzt werden. Als kleine Eyecatcher eignet sich die Farbe, denn sie erregt Aufmerksamkeit, ohne zu überfordern.

Orange und Gelb wirken sympathisch

Die Eigenschaften, die mit Farben verbunden sind, lassen sich auch auf alltägliche Dinge übertragen. Auch die Kleidung und ihre jeweiligen Farben hat ihre eigene Symbolik. Wer bei einem Treffen Orange oder Gelb trägt, wirkt kommunikativ und sympathisch. In einem roten Kleid fällt jede Frau zwar auf, sie wird aber nicht angesprochen. Blau wirkt beruhigend und hilft gegen Stress, Rot hingegen bei Antriebslosigkeit. Mediterrane Töne zu Hause treten häufig auf, denn sie vermitteln Wärme und können sich positiv auf die Stimmung auswirken.

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Ein bestimmter Typ Mensch fühlt sich zu einer bestimmten Farbe hingezogen. Introvertierte wählen Brauntöne, denn dies erzeugt Gemütlichkeit. Frauen mögen Lilatöne in der Mode, Männer reagieren auf diese Farbe mit Ablehnung. Immerhin hat die lila Kuh funktioniert. Denn dort symbolisiert diese Farbe Streicheleinheiten und ein bisschen Romantik, für Schokolade hat das gut gepasst. Jüngere Menschen, wenn sie alt genug sind, um nicht mehr lila, sondern braun gefleckte Kühe zu malen, pflegen eine Art neue Sachlichkeit und bevorzugen einen großen Weißanteil. Viel Licht, Helligkeit und Glanz sind ihnen wichtig.

Grün für das Öko-Image

Viele moderne Produkte sind heutzutage weiß. Möbel, Autos, in der Mode. Auch frisches Grün wird immer beliebter. Die alte Trend-Farbe Rot wird nach und nach verdrängt. Solche Entwicklungen entsprechen auch gesellschaftlichen Veränderungen. Denn Ansprüche und Prioritäten von Menschen und Zielgruppen ändern sich. McDonald´s hat auch in Deutschland schon vor einigen Jahren das berühmte rot-gelbe Logo durch ein grün-gelbes ersetzt, denn damit soll ökologisches Bewusstsein vermittelt werden.

Klassisch, aber nicht weniger aussagekräftig

Auch das Zusammenspiel von Farbe und Papier ist vielschichtig. Grundsätzlich gilt, dass schwarze Schrift auf weißem Grund glaubwürdig wirkt. Eine farbige Schrift wird eher in Märchen verwendet. Briefbögen sind deshalb schwarz-weiß mit einem farbigen Logo, doch die Hüllen dürfen farbig sein. Laut Studien hat Gelb als Hauptbestandteil von Umschlägen, Mappen, Covern den positivsten Effekt, Weiß erregt fast keine Emotionen, Schwarz wirkt negativ, Rot abschreckend und mit Blau assoziieren viele Seriosität und Beständigkeit – wenn nicht gerade blau gemacht wird …

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