Was ist Personal Branding?
Erfolgskriterien für den Personal-Branding-Blog. Bild: Shutterstock/Alexander Supertramp
  • Mit Personal Branding steht erstmals die Person im Vordergrund, nicht mehr ein bestimmtes Unternehmen oder ein Produkt.
  • Jeder Einzelne hat dabei die Chance, seine Persönlichkeit, seine Kompetenzen und seine Leistungen erfolgreich nach außen zu kommunizieren.
  • Der digitale Wandel eröffnet dabei neue Möglichkeiten und stellt zugleich bestehende Strukturen infrage: Künftig lassen sich Expertenstatus und Meinungsführerschaft nur mithilfe einer entsprechenden Online-Reputation erreichen.

Warum Personal Branding jetzt wichtig ist

“Natürlich erfolgreich”, “Profil macht Karriere”, “Die stärkste Marke sind Sie selbst” — Die Idee des Personal Brandings ist nicht neu. Das zeigen die vielen Buchtitel zum Thema. Und doch ist das Thema Selbstvermarktung heute so aktuell wie nie zuvor. Nur Persönlichkeiten, die sich selbst als Marke definieren, werden künftig die erforderliche Aufmerksamkeit generieren können. Personal Branding ist ein Muss. Für Führungskräfte, für Freiberufler, für Wissenschaftler, aber auch für Mitarbeiter in Unternehmen. Wer einen relevanten gesellschaftlichen Beitrag leistet oder leisten möchte, wird in Zukunft nicht auf Personal Branding verzichten können. In den USA hat sich diese Erkenntnis längst durchgesetzt. Sogar bei Unternehmen! Der Grund: Personal Brands wirken authentischer als Corporate Brands.

Was ist Personal Branding?

Personal Branding lässt sich im Grunde als “Personen-Marke” übersetzen, also eine Marke, deren Inhalte und Werte nicht auf einem Produkt oder Image eines Unternehmens beruhen, sondern auf einer Persönlichkeit und ihrer Reputation. Die Mittel und Methoden der Markenbildung sind jedoch vergleichbar. Eine starke “Personen-Marke” bedeutet …

  • eine klare Botschaft
  • qualitativ relevante Inhalte
  • verlässliche Qualität
  • individueller Stil
  • verbindliches Auftreten
  • ausgeprägtes Netzwerk
  • nicht kopierbare Monopolstellung im gewählten Themenbereich

Welche Chancen bietet Personal Branding?

Gezieltes Selbstmarketing ist der Schlüssel dafür, sein Leben und die eigenen Lebensumstände aktiv selbst zu gestalten. Jeder hat damit die Chance, sich selbst zu verwirklichen und in seinem Bereich einen Expertenstatus zu erlangen. Das Ziel ist es, die eigene Person aufzuwerten: Eine “Personal Brand” wird interessant — für Geschäftspartner wie für Arbeitgeber.Die Marke trägt zugleich zu einer höheren Wertschätzung des persönlichen Umfeldes bei. So profitiert ein Unternehmen zum Beispiel davon, wenn seine Mitarbeiter als starke Persönlichkeiten wahrgenommen werden. Vor allem für Führungskräfte gewinnt das Thema an Bedeutung.

Was bedeutet Personal Branding im digitalen Kontext?

Durch den digitalen Wandel und die sozialen Netzwerke entwickelt sich Personal Branding zum “Massenphänomen”. Nie war es einfacher, seine eigene Persönlichkeit zu definieren. Jeder hat die Möglichkeit, sich zum Experten zu machen. Neben vielen offensichtlichen Vorteilen bringt dies aber auch erhebliche Risiken: Wenn sich plötzlich jeder zum Experten stilisieren kann, geraten (bislang) anerkannte Experten ins Hintertreffen — sofern sie sich nicht selbst aktiv als Personal Brand verstehen.

„Jeder hat die Möglichkeit, sich zum Experten zu machen. “

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Der Hintergrund ist, dass Suchmaschinen wie Google zum größten Filter unserer Zeit geworden sind — und dieser Trend wird sich fortsetzen. Die größte Chance, wahrgenommen zu werden, haben die Suchergebnisse auf den ersten Seiten. Nur wer hier (mit positiven Einträgen) gelistet ist, hat künftig überhaupt eine Chance, als Experte wahrgenommen zu werden.

Eine sorgfältig aufgebaute, umfassende Online Reputation stellt sicher, dass die Suchergebnisse die eigene Relevanz und Persönlichkeit wahrheitsgemäß widerspiegeln. Wer seine Personal Brand überzeugend umzusetzen weiß, gewinnt in der Öffentlichkeit an Glaubwürdigkeit und sichert sich so langfristigen Erfolg.

Warum ist Digital Leadership ein Thema für Personal Brands?

Die Vernetzung beschränkt sich in einer zunehmend digitalisierten Welt nicht auf einen Bereich. Im Gegenteil: Immer mehr Informationen fließen an zentralen Stellen zusammen. Digital Leadership, also die schnelle Integration von digitalen Prozessen in das eigene Umfeld, spielt deshalb eine Schlüsselrolle beim Personal Branding: Je mehr Daten zu einem stimmigen Bild zusammenfließen, desto besser lässt sich die eigene Relevanz in digitalen Netzwerken darstellen.

Was ist mit dem Begriff “Social Trademarks” gemeint?

Der Begriff “Social Trademark” wurde von Ibrahim Evsan geprägt. Er erkannte, dass erfolgreiches Personal Branding im digitalen Kontext nur über einen ganzheitlichen Ansatz möglich ist. Es genügt nicht mehr, einfach eine Marke zu bilden und ein Image aufzubauen. Es geht vielmehr um ganzheitliches Reputation Management für Einzelpersonen, Verbände und Unternehmen. Die von Evsan gegründete Agentur bietet erstmals einen systematischen Ansatz dazu, mit dem sich das volle Potenzial der Digitalisierung ausschöpfen lässt und neue Maßstäbe in Bereichen wie Personal Branding, Vertrieb und Digital Leadership erreicht werden. Hier lesen Sie mehr zum Thema Social Trademarks.

Woher kommt Personal Branding?

Die Grundidee hinter Personal Branding ist nicht neu. Schon in der 1930er-Jahren hat Napoleon Hill in seinem Buch “Think and Grow Rich“ einen Weg zur erfolgreichen Selbstverwirklichung beschrieben. 1997 formulierte der Management-Coach Tom Peters erstmals den Begriff des “Personal Brandings”, ohne ihn jedoch weiter zu definieren. Peters nutze “Brand You” als neue Umschreibung von persönlicher Selbstdefinition. Die Ideen wurden infolge von vielen Autoren aufgegriffen, die sich in ihren Texten mit der zentralen Frage befassten: “Wie präsentieren und vermarkten wir uns selbst gegenüber anderen?”

Erst das Internet und die sozialen Netzwerke haben jedem die Mittel und Möglichkeiten an die Hand gegeben, erfolgreich seine eigene Personal Brand zu etablieren. Um aus der Masse herauszustechen, wird der eigene (Online-)Auftritt zum zentralen Werkzeug. Im Fokus stehen dabei weniger frühere Errungenschaften – wie sie sich zum Beispiel im Lebenslauf oder in Arbeitszeugnissen zeigen – als vielmehr inhaltliche Beiträge und persönliche Charakterzüge. Erfolgreiches Personal Branding ist immer auch effizientes Storytelling.

Welche Begriffe für Personal Branding gibt es noch?

Die Idee des Personal Branding wird im Deutschen häufig mit Begriffen wie “Selbstvermarktung”, “Marke Ich”, “Markenbildung beim Menschen” oder etwas hölzern auch mit der “Kennzeichnung einer Person als Marke” umschrieben. Diese Begriffe umfassen jedoch jeweils nur Teilaspekte, da ganzheitliches Personal Branding heute nicht mehr auf klassische Marketing- oder Markenbildung-Techniken beschränkt werden kann.

Nicht zu verwechseln ist Personal Branding mit “Markenpersönlichkeit” oder “Markenbotschafter“. Denn hierbei steht nicht die Persönlichkeit mit ihren eigenen Inhalten als vielmehr die Marke eines Produkts oder Unternehmens im Vordergrund.

Welche Parallelen gibt es zur klassischen Markenbildung?

Markenbildung im herkömmlichen Sinne umfasst neben der Entwicklung einer klaren Positionierung auch den Aufbau und die Pflege eines bestimmten Images. Das Ziel ist es, mithilfe von klassischem Marketing, Public Relations und Networking in seinem Themenbereich zum anerkannten Experten zu werden und diese Position weiterhin zu verstärken. Man baut seine eigene Reputation gezielt auf, und im Idealfall entwickelt sich der eigene Name zum Markennamen. Wer ihn vernimmt, weiß sofort, zu welchem Thema er eine qualifizierte Aussage erwarten kann. Man gewinnt Expertenstatus und wird zum Meinungsführer, der selbst die Themen auf der Agenda bestimmt.

Welche Arten von Personal Branding gibt es?

Personal Branding lässt sich nicht auf bestimmte Typen reduzieren. Aktuell nutzen diese Form des Selbstmarketings vor allem Meinungsführer, Coaches, Politiker, Sportler und Künstler. Doch auch immer mehr Führungskräfte und Unternehmen erkennen den Nutzen der persönlichen Markenbildung.

Was ist Personal Branding nicht?

Personal Branding ist keine Schauspielerei. Es bedeutet nicht, dass die Person in eine Rolle schlüpft oder sich selbst verbiegt, um sich äußeren Erwartungen anzupassen. Nur wer seine eigene Persönlichkeit authentisch darstellt, wird sich selbst zu einer starken Marke weiterentwickeln können. Persönlich und glaubwürdig nach außen aufzutreten, heißt nicht, auch sein Privatleben offenlegen zu müssen. Zwar können Hobbys und Passionen zum Personal Branding beitragen, familiäre und intime Angelegenheiten spielen beim Selbstmarketing jedoch keine Rolle.

Ebenso ist Personal Branding auch nicht gleichzusetzen mit dem klassischen Employer Branding. Persönlichkeiten innerhalb eines Unternehmens können jedoch einen wertvollen Beitrag zur “Arbeitgebermarke” leisten.

Gibt es Beispiele für eine starke Personal Brand?

Politiker, Sportler und Künstler werden aufgrund ihrer beruflichen Stellung quasi automatisch als Personal Brands wahrgenommen. Doch es gibt eine Reihe von anderen Persönlichkeiten, die aus sich selbst heraus (mithilfe der Medien) zur Marke wurden – sofort kommen einem Steve Jobs, Richard Branson oder Jamie Oliver in den Sinn. Ihre Namen wecken spontan bestimmte Assoziationen. Sie stehen für: radikales Neudenken, unaufhaltsamen Unternehmergeist und eine grenzenlose Leidenschaft für gut Essen.

Neben diesen “Popstars” gibt es eine Vielzahl an kleineren Personal Brands, deren Expertise und Strahlkraft sich meist auf ein bestimmtes Fachgebiet begrenzt.

Personal Branding: Wer gestaltet Ihre Personenmarke?

Suchen Sie aktuell nicht nach einem Job, sondern sind Sie bereits hervorragend vernetzt und für Ihre Kompetenz innerhalb der Branche bekannt, ist Personal Branding für Sie sogar noch wichtiger. Denn viele hochgeschätzte Experten und Fachleute sind über ihre Branche hinweg nicht bekannt und können ihr Wissen, ihre Fähigkeiten und Kompetenzen nicht optimal nutzen.

In diesem Fall geht es darum, gezielt ein Social Trademark aufzubauen, eine Personenmarke, durch die Ihre Kompetenz als Experte auch über Ihre Branchen hinaus sichtbar wird. Durch diese öffentliche Wahrnehmung und Sichtbarkeit haben Sie dann die Möglichkeit, Ihr Wissen und Ihre Kompetenz gesellschaftlich wirksam zu nutzen und einzubringen.

Wenn Sie Ihre Personenmarke oder Ihr Social Trademark nicht aktiv pflegen, werden Ihre Beiträge und Interaktionen mit anderen Nutzern automatisch ein Bild von Ihnen zeichnen. Ob das dann zu Ihrer Person passt, steht auf einem anderen Blatt. Und wenn Konkurrenten, Mitbewerber oder einfach Ihnen nicht wohlgesonnene Menschen es darauf anlegen, könnten diese Ihrer Reputation spürbar schaden.

Gestalten Sie Ihre Personenmarke jedoch aktiv im Blick auf Ihre Karrierechancen oder Reputation, gibt es Aspekte, die einen erfolgreichen und nachhaltigen Reputationsaufbau ausmachen.

  • Die eindeutige Präsentation Ihrer fachlichen und formalen Qualifikationen.
  • Die Positionierung für einige ausgewählte Kernthemen, die zu Ihren beruflichen und fachlichen Ambitionen passen.
  • Die gezielte und strategische Integration Ihrer Persönlichkeiten und Ihrer individuellen Stärken.
  • Ein klares Profil, dass auf potenzielle Arbeitgeber und Kooperationspartner abgestimmt, jedoch authentisch ist und zu Ihrer Person passt.

Ihre Persönlichkeit stellt einen wichtigen Teil Ihrer Personenmarke dar. Doch das bedeutet nicht, dass Sie deshalb private Details den Weg in die sozialen Netzwerke finden. Persönliches rundet Ihr Profil ab, privates macht Sie jedoch angreifbar und lässt schnell einen unprofessionellen Eindruck entstehen.

„Wer in die Öffentlichkeit tritt, muss eine klare Botschaft vermitteln.“

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Der Aufbau einer Personenmarke und eines klaren Profils ist theoretisch einfach und umfasst lediglich drei Schritte:

  • Finden Sie Ihr Thema.
  • Kommunizieren Sie es kontinuierlich und authentisch.
  • Knüpfen Sie Beziehungen und bauen Sie Ihr Netzwerk aus.

Führen Sie alle drei Schritte immer und immer wieder durch, werden Sichtbarkeit und Reputation im Lauf der Zeit wachsen. Doch was in der Theorie leicht klingt, ist in der Praxis mit Arbeit, Zeit- und Energieeinsatz verbunden.

Worauf es beim Aufbau einer erfolgreichen Personenmarke ankommt? Mit unserer Checkliste behalten Sie alle relevanten Aspekte des Personal Brandings im Blick.

Vorbereitung und Strategie

  • Legen Sie Ihr Ziel-Profil fest.
  • Identifizieren Sie Ihre Kernthemen.
  • Analysieren Sie Ihre Stärken und Schwächen.
  • Machen Sie sich bewusst, ob Sie am besten über Texte, Videos, Bilder oder Podcasts kommunizieren.
  • Analysieren Sie Ihre Zielgruppe.
  • Wählen Sie die individuell passenden Netzwerke.
  • Recherchieren Sie thematisch relevante Blogs und andere Quellen und lesen Sie dort aktiv mit.
  • Legen Sie ein persönliches Image – in Design und Stil – fest, das Sie konsequent durchziehen.

Umsetzung

  • Bauen Sie ein eigenes Blog als Zentrum Ihres Personal Brandings auf.
  • Veröffentlichen Sie regelmäßig qualitativ hervorragende Artikel.
  • Lesen und beantworten Sie Fragen und Kommentare.
  • Bringen Sie sich in Fachdiskussionen zu Ihren Themen konstruktiv ein.
  • Kommentieren Sie bei thematisch passenden Blogs sowie in Fachforen und -netzwerken.
  • Greifen Sie Artikel auf, zitieren Sie auf Ihrem Blog daraus und verlinken Sie auf andere Fachblogs.
  • Knüpfen Sie aktiv Kontakte und erweitern Sie Ihr Netzwerk gezielt.
  • Besuchen Sie auch Fachkongresse, Messen und andere offline Events.
  • Pflegen Sie einmal geknüpfte Kontakte aktiv und suchen Sie immer wieder den Kontakt zu Ihren Netzwerkpartnern.
  • Bieten Sie Ihren Netzwerkpartnern und Lesern Mehrwert durch hohe Qualität, die Vernetzung mit anderen Kontakten und aktive Empfehlungen.