Bosch generiert mit Storytelling neues Käuferpublikum

Bosch. Wenn jemand wie ich – mit zwei linken Daumen und einem handwerklichen Geschick eines Elefanten im Porzellanladen – dieses Wort hört, stellt er ganz schnell auf Durchzug. Was soll ich mit einem Bohrer, Presslufthammer, oder Schlagaxtsägendingsda…? Kenn’  ich nicht, brauch’ ich nicht, und will ich schon überhaupt nicht.

Solche minder talentierten Laien-Bastler ins Boot zu holen, hat sich Bosch auf die Fahne geschrieben. Anstatt den Baumarkt-Verweigerer mit den neuesten Schraubenschlüsseln beeindrucken zu wollen, wird er in eine Geschichte involviert. Da bleib’ ich dran, da seh’ ich zu. Und so generiert Bosch ganz nebenbei eine neue Zielgruppe.

Für die IXO Collection räumt Bosch mit alten Klischees auf

Besser noch: Bosch erzählt nicht nur Geschichten, Bosch räumt mit seinem Video “All for one and one for all” zusätzlich mit alten Klischees auf. Schluss damit, dass immer die Frau Hilfe von einem starken Mann braucht. In diesem Falle ist er der Tölpel und sie hilft ihm mit ihrem kleinen Akkuschrauber aus der Patsche. Immer und immer wieder. Durch diese sympathische Verschiebung der “Normen” wirkt die Geschichte nicht nur besser, sie bleibt auch im Gedächtnis. Welche emanzipierte Frau würde einen so netten Kerl im Regen, beziehungsweise ohne handwerkliche Hilfe einfach im Flur stehen lassen? – Richtig: Keine.

All for one and one for all – Bosch IXO Collection

IXO ist nicht nur für Schrauben da…

Erst fällt der Kleiderhaken von der Wand. Dann ist der Rasenteppich zu groß für den Balkon. Das Abendessen will auch nicht aus der Dose… Die Grillkohle fängt kein Feuer (dafür funkt es langsam zwischen Nachbar und Nachbarin). Eine Pfeffermühle hat der “Mann ohne Werkzeug” auch keine. Endlich wird der Zuschauer dann für sein Ausharren belohnt, als der (quasi) Held und die Heldin sich die gegenseitige Zuneigung eingestehen und mit Grillgut und Wein bewaffnet, (IXO zieht auch Korken!!!) das längst verdiente “Happy End” feiern. 

Menschen lieben Helden

In “Personal Branding braucht eine Heldenstory” untersuche ich exemplarisch, was für einen Unterschied es macht, ob sich eine Person mit ihrer Geschichte, oder nur mit ihrem nackten Lebenslauf vorstellt. Das Ergebnis überrascht nicht: Die Person mit der Geschichte bleibt nicht nur besser im Gedächtnis, sie wirkt auch glaubwürdiger. Obwohl Bosch als Unternehmen hinter dieser Geschichte steckt, verlässt es sich doch auf einen Helden um die Botschaft zu transportieren. Denn Menschen lieben keine Unternehmen, Menschen lieben andere Menschen. Darum muss auch der Mensch ein Held sein, denn nur so funktioniert die Geschichte. 

Die passende Story für jeden

Bosch widmet dem kleinen IXO Akkuschrauber sein eigenes kleines Imperium in Form einer Internetseite, mit verschiedenen Anekdoten und Geschichten rund um das Werkzeug. Hier wird – wie nicht anders zu erwarten – jeder zum Helden, der sich dieses Akkuschraubers bedient. Clever ist dieser Schritt, weil der Zuschauer und potentielle Kunde aktiv werden muss, um die Geschichten zu konsumieren. Als beim romantischen Picknick die Weinflasche entkorkt werden soll, muss sich der Zuschauer entscheiden, ob der (Picknick) Held den herkömmlichen Flaschenöffner wählt, oder besser den IXO Akkuschrauber mit entsprechendem Aufsatz. Nachvollziehbarerweise endet jeder Versuch ein anderes Werkzeugs als IXO einzusetzen im absoluten Schlamassel und schafft so noch einen weiteren Helden: IXO selbst.

Bosch motiviert den Zuschauer, selbst Werbung zu machen

Wer den vielen Geschichten sein eigenes IXO Erlebnis hinzufügen will, ist herzlich dazu eingeladen: Bosch bittet die Kunden um Zusendung einer eigenen Erfahrung. Inspiriert durch so viele humorvolle Geschichten, setzt sich bestimmt der ein oder andere IXO Besitzer in Szene und läuft in einem kleinen Filmchen zu schauspielerischen Höchstleistungen auf, um selbst zum Helden zu werden. Auf diese Weise wird die IXO Erfahrung zum eigenen Erlebnis, zur eigenen Geschichte. Nicht nur hat der Zuschauer einer lustigen Story aktiv sein Gehör geschenkt, nein, er hat sich selbst eine ausgedacht, inszeniert und durchlebt.

Hat das was mit Personal Branding zu tun?

“Der IXO Akkuschrauber wird zum Helden und generiert eine neue Käuferzielgruppe.   @BoschPresse“

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Ja. Ganz klar, Bosch macht Werbung für ein Produkt. Die einzelnen Helden der Filme sind nur Mittel zum Zweck, sie sollen zeigen was IXO alles kann. Da IXO keine Person ist, kann es auch nicht als solche gebrandet werden. Trotzdem bekommt der Schrauber eine eigene Seite und wird dort in unterschiedlichen Anekdoten personalisiert. Nachdem er 10 Millionen mal verkauft worden war, wurde ein Modell der Serie zur Feier des Tages mit 700 glitzernden Swarovski Steinen versehen. Wenn Sie mich fragen: IXO ist einem Helden ebenbürtig und hat ein eigenes Branding verdient… 

Das neue Zielpublikum hat angebissen, das bestätigen die Verkaufszahlen. Ob in der Werbung oder im Personal Branding, mit effektivem Storytelling steht man immer auf der Gewinnerseite. Darum: Lassen Sie andere an Ihrer Geschichte teilhaben und machen Sie sich unvergesslich.

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